YPK

RÉKA // BURGER // GANZ VIELE FRAGEN

03.03.2015 – by Corinna //

An einem kalten Winterabend haben wir die bezaubernde Réka Probst getroffen und sie mit ganz vielen Fragen rund um ihr Leben und ihren spannenden Job gelöchert. Réka arbeitet als Fashion Redakteurin beim Interview Magazin.

Kulinarisch verwöhnt wurden wir im Shiso Burger – einem der Hotspots in der Berliner Burger-Landschaft.

[column_one]
20150203_203925

[/column_one]

Erzähl! Wie war Dein Tag?

Ich war in der Redaktion und habe das Shooting für nächste Woche vorbereitet. Wir fotografieren diesmal eine deutsche Schauspielerin, die wir edel und in gedeckten Tönen präsentieren möchten. Das bedeutet, dass ich mich dann für die Planung des Stylings durch die Lookbooks verschiedenster Marken klicke und mich auch auf Style.com inspirieren lasse.

Wie bist Du zur Mode gekommen? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Handarbeit habe ich schon als Kind geliebt. Ich habe genäht, gemalt und gestrickt. Mein Vater ist Künstler. Von ihm hab ich das. Ich habe ständig irgendwas in meine Skizzenbücher gekritzelt. Mit Zehn habe ich mir meine erste Tasche genäht. Aus einer alten Jeans. Wenn ich an meine ungarische Uroma denke, sehe ich sie immer an ihrer Nähmaschine. Das gehörte einfach dazu, dass sie da saß und etwas nähte. Das Geräusch einer Nähmaschine weckt bei mir Kindheitserinnerungen. Wenn ich bei meiner Uroma war, haben wir immer Verkleiden gespielt. Den ganzen Tag. Das hat mich schon damals fasziniert. Verkleiden – nichts anderes machen doch Stylisten oder Mode Redakteure. Wir verkleiden Menschen, wir schaffen ihnen eine andere Welt, so dass sie für eine kurze Zeit in eine andere Rolle schlüpfen können. Im Grunde habe ich also bis heute nicht aufgehört leidenschaftlich gerne Verkleiden zu spielen.

[column_one]

P1020780

[/column_one]

Was hast Du gelernt?

Drei Jahre lang habe ich auf der ESMOD in München Modedesign studiert. Dass mich die Arbeit mit dem Endprodukt mehr reizt als das Entwerfen einer Kollektion, habe ich während meiner Diplomarbeit gemerkt. Wir mussten eine 8-teilige Kollektion entwerfen, einen Businessplan erstellen, ein Lookbook shooten und eine Website kreieren. Die Dokumentation all dessen habe ich wie ein Magazin aufgezogen. Und dann war plötzlich alles ganz klar. Als dann noch eine ehemalige ESMOD Absolventin, die bei der Süddeutschen Zeitung gearbeitet hat, eine Praktikantin suchte und meine Dozenten mich vorschlugen, war ich überglücklich.

Und nach Deinem Praktikum bei der SZ bist Du zum Interview Magazin gewechselt?

Ja, genau. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich den Anruf vom Interview Magazin bekam. Ich saß im Fuchsbau in Kreuzberg und war völlig aus dem Häuschen. Ich konnte es wirklich kaum glauben. Das war schon ein Traum, der da in Erfüllung ging. Und es war so wunderbar aufregend.

Und heute? Ist im Mode Business alles so traumhaft, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Man muss an das Business mit Humor rangehen. Es gibt hier einige Leute, die die Nase ganz weit oben tragen. Aber das gehört dazu und man darf niemals aufhören sich selbst zu überprüfen, so dass man nicht genauso wird.

Wie hast Du die Fashionweek erlebt?

Ich war von morgens bis abends unterwegs. Jeder Tag war durchgetaktet. So viele Eindrücke. Schade war, dass Vladimir Karaleev nicht gezeigt hat. Seine Show war immer ein Highlight für mich.

Wer war diesmal Dein Highlight?

Bobby Kolade war mein Favorit. Ganz klar. Er ist so talentiert. Er hätte in Paris zeigen und als Newcomer ohne weiteres mithalten können. Ohne Frage. Die Kollektion war wunderbar überraschend. Er hat sich was getraut. Dann noch die Atmosphäre im Berghain. Es war beeindruckend und irgendwie intim dort. Ein solcher Ort unterstreicht die Kollektion auf dem Catwalk. Vom Gefühl ist es was anderes als eine Show im eher nüchternen Zelt zu sehen.

Du sagst, er hätte in Paris zeigen können. Was unterscheidet Paris von Berlin?

Viele Designer, die in Berlin zeigen, trauen sich nach der ersten Kollektion nicht mehr viel um besser zu verkaufen. Das sieht man auf den Catwalks. Um Berlin für internationale Gäste interessanter zu machen und den Modestandort Berlin wachsen zu lassen, dürfen Designer nicht weiter so zurückhaltend sein. Ich bin für mehr Mut. Ganz klar. Das fehlt hier in Berlin. Bobby, bleib mutig!

Wo bist Du gerne hier in Berlin?

Ich wohne in einer WG im Gräfekiez und deshalb halte ich mich meistens in Kreuzberg und Neukölln auf. Übrigens suche ich gerade händeringend nach einer Wohnung für meinen Freund und mich. Also falls jemand einen Tipp hat, immer gerne! Ich esse gerne in der Markthalle Neun oder bei The Bird. Am Wochenende frühstücken wir entweder in der Croissanterie auf der Pannierstraße oder im Fuchsbau. Ich hoffe, man trifft mich nicht wenn ich durch die Hasenheide jogge. Meine Lieblingsbar ist Das Tier in Neukölln. Hier gibt’s großartige Cocktails und man wird bestens beraten.

[column_one]

P1020792

[/column_one]

Welches Buch liegt zurzeit auf Deinem Nachttisch?

Ich lese viel und liebe Krimis. Zurzeit lese ich „I am Pilgrim“. Und was mir gerade einfällt, der Serial Podcast ist großartig – eine Journalistin aus Baltimore, die versucht einen echten Mordfall aufzuklären. Keine Fiktion. Super Spannend.

Lieblingsmusik?

Ich höre meistens mit und bei meinem Freund Musik. Auf seinem Plattenspieler hören wir Hip Hop und Elektro. Tanzen gehen wir nicht so oft, weil wir es nicht schaffen so lang aufzubleiben. Wenn man in Berlin um 23 Uhr ausgeht lächeln alle milde. Die Parties beginnen doch erst mitten in der Nacht. Mein Freund und ich kommen aus München. Da ist das anders.

Was ist noch anders in Berlin?

Das Leben auf der Straße ist viel offener. Man traut sich mehr. Es ist total egal wie man morgens zum Bäcker geht. Und zu jeder Tages und Nachtzeit gibt es was zu entdecken. Entgegen aller Vorurteile empfinde ich die Berliner als sehr freundlich und wenn einem mal eine Berliner Schnauze begegnet macht die auch Spaß. Ich mag München. Es ist mein Zuhause, aber Berlin wird mir immer heimeliger.

Wie ernährst Du dich?

Hauptsächlich vegan. Weil es mir gut tut. Irgendwie bin ich viel wacher seitdem. Ich versuche das beizubehalten, auch wenn es im Alltag nicht immer leicht ist. Allerdings verbiete ich mir nichts. Wenn ich Lust auf Fleisch habe, esse ich Fleisch. Ich glaube, der Körper weiß ganz genau was er braucht und meldet sich dann. Ich koche sehr gerne für Freunde. Dann probiere ich mich an Gerichten, die ich noch nie zuvor gekocht habe und genieße das total. Sich Zeit nehmen und was Kreatives auf die Teller bringen. Macht doch Spaß.

Welcher Film hat Dich in der letzten Zeit begeistert?

Nightcrawler. Jake Gyllenhaal spielt die Rolle so genial. Das hat mich beeindruckt.

Dein Lieblingsfilmgenre?

Thriller. Alles was gruselig ist finde ich super.

Deine Lieblingsserie?

True Detective und Game of Thrones

Deine Lieblingszeitschrift neben Interview Magazin?

i-D – das Magazin vermittelt mir ein ganz spezielles Gefühl. Man will immer mehr. Da bekomme ich manchmal Gänsehaut, wenn ich das Heft aufschlage. Der Onlineauftritt ist auch toll. Einfach auf den Punkt und für mich ganz oben.

Hast Du in der Fashion Welt ein Vorbild?

Ich bewundere Karl Templer. Er ist ein großartiger Stylist. Seine Arbeit ist irgendwie besonders ohne in irgendeine Richtung laut zu sein. Hier wird das Normale über spezielle Details zu etwas Überraschendem. Stiliconen sind für mich Leandra Medine von Man Repeller und Alexa Chung. Lenadra Medine ist herrlich authentisch. Sie ist nicht perfekt und gerade das finde ich wunderschön.

Hast Du weitere Blogs die Du regelmäßig verfolgst?

Den Beauty Blog “Into the Gloss”. Das Online-Magazin „Refinery 29“ lese ich auch gern.

Was ist Dein Lieblingsobjekt in Deinem WG Zimmer?

Mein String-Regal. Aber ich liebe auch Flohmarktschätze, wie mein altes Telefon mit Drehscheibe.

Wohin geht Deine nächste Reise?

Mein Freund will mir das Surfen beibringen und ich meine Angst vor tiefem Wasser überwinden. Das ist der Plan so weit. Ich liebe Urlaub bei meiner Oma am Plattensee in Ungarn. Hier kann ich mich richtig entspannen. Ich fühl mich nicht getrieben mir die Gegend anzuschauen. Hier fühle ich mich Zuhause. Ich kann die Zeit genießen und dabei Eis essen. Ich liebe Eis.

Was hat Deine Oma Dir über das Leben beigebracht?

Es gibt tatsächlich ein ungarisches Sprichwort das mir meine Oma mit auf den Weg gegeben hat. Übersetzt heißt es: Das gibt es und das musst du lieben!

Vielen lieben Dank, liebe Reka. Es war ein wunderbarer Abend mit Dir!

[column_one]

P1020805 - neu - Kopie

P1020787P1020814P1020815

[/column_one]