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MODEFOTOGRAFIE ODER AUCH: DIE KUNST REALITÄT ZU ERSCHAFFEN

03.03.2015 – by Sharee //

Neulich, an einem Freitagabend zur Blow-Up Vernissage in der C/O Galerie. Viele gut gelaunte Menschen, entspannte Beats und irgendwo dazwischen auch ich. Angelehnt an den Kultklassiker aus den 60er Jahren, gibt es noch bis zum 10.04.2015 die Wanderausstellung zum Film von Regisseur Michelanglo Antonioni zu sehen.

Wem der Film „Blow-Up“ nichts sagt, hier ein kleiner Exkurs vorab:

Michelangelo Antonioni, 1966. Der italienische Regisseur dreht einen Film, der die Popkultur der 60er Jahre mitten in London wunderbar aufgreift. Coole Musik, coole Girls, toller Style! Die Story: Protagonist, Modefotograf Thomas, hält mit seiner Kamera zufällig einen Mord im Park fest während er heimlich Pärchen fotografiert. Als seine angeblichen Beweisfotos später verschwinden und auch keine Leiche mehr auffindbar ist stellt sich die Frage: sehen wir nur das, was wir sehen wollen? Kurz und gut – Blow-Up ist nicht nur ein sozikultureller Film, sondern auch eine visuelle Reflexion zwischen Realität, Wahrheit, Trug und Illusion.

Was mich persönlich an der Ausstellung so gereizt hat, waren die Original-Prints aus dem Film, so wie die ausgestellten Werke der Fotografen David Bailey, Terence Donovan, Brian Duffy oder Arthur Evans. Vor allem Fans der Modefotografie kommen hier auf ihre Kosten. Diverse Film- und Videoinstallationen verdeutlichen den interessanten Mix von Film vs. Fotografie, den auch Michelangelo Antonioni in seinem Streifen thematisiert.

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blow up

Spionage Drama 1961 – Terence Donovan

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Wenn man selbst in der Welt der Medien arbeitet, dann kann man sich mit Antonionis Frage: wie beeinflussen Medien die Realität? sehr gut identifizieren. So ging es zumindest mir, während ich durch die Galerie streifte. Walter Moser, der die Ausstellung konzipierte, schafft es auf subtile Weise diese Frage im Laufe der Ausstellung immer wieder aufzugreifen. Anhand verschiedener Werke bekommt man gleichzeitig die Möglichkeit, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Doch das ist schwieriger als gedacht. Am Ende des Abends bin ich ohne klare Lösung nach Hause gegangen, aber dennoch beeindruckt von den vielen Parallelen des Films zur der Ausstellung, zur Modefotografie und zu der allgemeinen Medienwelt von heute.

Wie sprach Sokrates: ich weiß, dass ich nichts weiß. Oder um es in Frau Langstrumpfs Worten zu sagen: ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt – dem stimme ich zu.

Blow-Up ist noch bis zum 10. April im C/O zu sehen und Hingehen lohnt sich!

C/O Berlin  | Amerika Haus, Hardenbergstrasse 22-24, 10623 Berlin