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LIVING IN THE DDR – GALLERY TIPP

Wohnkultur der DDR? In meinem Kopf treffen Blümchengardinen und braune Tapete auf verstaubte Federkernsessel. Dazu ein Bild von Stalin an der Wand und fertig ist die Klischee DDR-Wohnung.

Letzten Donnerstag dann wurde ich eines besseren belehrt. Am Strausberger Platz haben wir die Eröffnung der Gallery organisiert. Kuratiert durch Designer Stephan Schilgen kann man hier nicht nur Möbeldesign sondern auch eine Vielzahl an Inspirationen bestaunen. Immer auf der Suche nach neuen Wohninspirationen und auch gerne in Galerien unterwegs habe ich mich also dorthin gewagt. WOW – Midcentury-Design kann ja doch ganz cool aussehen. Keine Blümchengardinen und schon gar keine braune Tapete! In der Gallery findet man Originale sowie hochwertige Möbel und Lampen aus der Anfangszeit der DDR.

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Es gibt drei verschiedene Wohnzimmer durch die man als Besucher streifen kann und die alle eine eigene Atmosphäre haben. Inspiriert ist die Gallery durch die Karl-Marx-Allee – die Straße in der ich mich täglich aufhalte (PRESS FACTORY Headquarter) und die für mich persönlich nicht nur historisch sondern auch architektonisch ein Highlight ist.

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Aber zurück zur Gallery. Vom Selamangic Sessel bis hin zum Senftenberger Ei: Die heimlichen Stars des DDR-Designs feiern hier definitiv ihr Comeback! Vor allem der Kronleuchter von Peter Rockel aus dem ehemaligen Bauministerium der DDR hat es mir besonders angetan. Den würde ich mir sofort in mein eigenes Wohnzimmer hängen. Ganz unbemerkt bin ich dann wohl doch zu einem Fan des Interior-Designs der DDR geworden und lade jeden ein, sich unbedingt selbst ein Bild davon zu machen. Geöffnet ist die Gallery immer Mittwoch bis Freitag von 12-18 Uhr.

Ach und eins noch- wer nach seinem Besuch der Gallery immer noch nicht genug DDR Wohnkultur geschnuppert hat, sollte sich den Bildband „CENTRAL BERLIN – DDR limited“ zu Gemüte führen.

In Zusammenarbeit mit dem Gestalten Verlag zeigt dieser anhand von Fotostrecken wie moderne Wohnkonzepte in die sozialistisch klassizistischen Gebäude rund um den Strausberger Platz und der Karl-Marx-Allee passen. Außerdem kann man als Leser den DDR-Duft sowie die Berliner Luft von heute einatmen. Ein sogenanntes „touch & smell“ Verfahren macht möglich, dass Duftstoffe durch Berührung freigesetzt werden. Die beiden Düfte haben mich, nun ja, überrascht. Aber macht euch am besten selbst einen Eindruck.

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