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MIT CHANEL LIPPENSTIFT AUFS PUNK KONZERT // MAKE-UP QUEEN KRISTIN VERRÄT UNS IHRE GEHEIMTIPPS

29.05.2015 – by Sharee //

Neulich waren wir mal wieder Mittags in Mitte unterwegs und trafen dort unsere liebste Kristin zum Lunch. Wer sie noch nicht kennt dem legen wir unser Interview mit ihr Nahe – denn Kristin kann nicht nur Haare & Make-Up ganz wunderbar in Szene setzten, sondern auch mit ihrer süßen Hündin PEACHES durch den Spreewald joggen.

Gegessen wurde in der neu eröffneten The Klub Kitchen – wer auch diese noch nicht kennt sollte dort unbedingt mal vorbeischauen! Vorallem die Säfte sind ein Traum.

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Kristin erzähl… was machst du hier in Berlin?

Ich bin ja Hair & Make-Up Artist – das heißt meistens begebe ich mich zum nächsten Set. Ob Dreh oder Shooting das ist immer unterschiedlich. Manchmal mache ich Werbung oder Musikvideos- meisten aber Fashionshoots. Aber auch Events, je nachdem wo Hair & Make-Up gebraucht wird.

Und was macht dir dabei am meisten Spaß?

Ich mag meinen Job sehr gerne, das kommt also immer drauf an. Ich muss dazu sagen ich habe Friseurin gelernt, kenne die 40/50 Stunden Woche und bin jeden Tag dankbar, dass ich es nicht mehr machen muss. Denn es ist schade, dass dieses Handwerk, das einfach nicht durch Maschinen ersetzbar ist, immer noch so wenig entlohnt wird. Somit bin ich eigentlich über jeden Tag froh, dass ich es geschafft habe selbstständig zu arbeiten.

Mein Business ist ein hart durchkämpfter Markt. Ich muss sagen, ich habe viel Glück – aber auch verdient. Es gibt so viele Leute in der Branche die das machen, da braucht man echt Ehrgeiz und einen langen Atem. Manchmal habe ich nach einem Nachtdreh am nächsten Tag gleich wieder in einem Salon gearbeitet… Tag für Tag. Da frag ich mich heute noch, wie ich das geschafft habe.

Du kommst nicht aus Berlin, oder? Wie lange bist du schon hier?

Geboren bin ich in Sachsen Anhalt, mit 16 habe ich dann eine Lehre in Hannover begonnen und vor 8 Jahren bin ich nach Berlin gezogen.

Und Friseurin wolltest du immer schon werden?

Nein, eigentlich gar nicht! Ich komme aus einer Familie, in der alle in der Pflege arbeiten. Meine Zwillingsschwester und ich sind mehr oder weniger durch Zufall BEIDE in die Friseurausbildung reingerutscht. Wir haben beide mit etwas anderem angefangen und sind dann doch in die Welt der Haare eingetaucht. Jetzt sind wir zusammen in Berlin. Sie im Salon und ich als Selbstständige. Manchmal nehme ich sie aber auch mit auf Jobs, als meine Assistenz.

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Du hast also eine Zwillingsschwester – kann man euch auseinanderhalten?

In letzter Zeit ist es schwierig wir ähneln uns schon sehr. Aber… so ähnlich wir uns sind, genauso unterschiedlich sind wir auch. Vor allem was den Style angeht. Sie ist etwas gedeckter und ich bin da mehr so der „Clown“.

Und wie ging es für dich weiter als du nach Berlin gekommen bist?

Eigentlich wollte ich immer zum Film. Ich bin einfach zu den Filmhochschulen hin und habe gesagt: Hier bin ich und das kann ich für euch tun. Das war aber schwieriger als gedacht. Vieles lief damals wie heute allerdings über ein Netzwerk. Das habe ich zum Glück schnell begriffen.

Letztendlich sind Filmprojekte dann schon sehr zeitintensiv – das ist echt anstrengend. Die gleichen Leute, die gleiche Mood und über Wochen ist man raus aus deinen sozialen Kontakten. Dadurch bin ich dann doch nicht nur beim Film geblieben.

Ja, das klingt anstrengend. Gibt es da noch andere schwierige Momente in deinem Job?

Ja, schon. Man muss zum Beispiel sehr feinfühlig sein. Wenn die Technik mal wieder länger braucht und das Set nicht fertig ist, dann lasse ich mir auch mehr Zeit mit dem Styling, sodass das Model nicht zu lange warten muss. Die Stimmung am Set kann schnell kippen, da muss man aufpassen, wie man in solchen Fällen agiert. Aber ansonsten mag ich es eigentlich sehr mit sogenannten „schwierigen“ Leuten zusammenzuarbeiten. Ich hatte bis jetzt noch nie ein Problem mit diesen Menschen. Meiner Meinung nach, kommt es darauf an wie man auf Menschen zugeht. Ich bin jemand, der sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Manche Models testen ihre Grenzen dann schon aus – alle bekommen denselben Scheitel – eine will ihn aber andersherum. Dann sage ich einfach: naja, heute nun mal nicht!- und fertig. Davon darf man sich einfach nicht hysterisch machen lassen.

Und auch Kurioses? Welcher Job bleibt dir als besonders witzig/komisch in Erinnerung?

Ich hatte mal eine Künstlerin (keine Deutsche) für ein Shooting für ein Magazin. Ich wusste, dass sie 3 Tage vorher wach war und die ist mir dann echt eingeschlafen auf meinem Stuhl…

…oh – was haste du denn dann gemacht?

Naja, ich habe ihr erstmal den Kopf festgehalten und ihrem Assistenten gesagt, er solle sich darum kümmern. Sie war dann auch wieder wach – fragt sich nur wie.

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Auf welches Projekt blickst du denn besonders stolz zurück?

Ich bin generell sehr dankbar und stolz auf mein Netzwerk. Ich habe dadurch viele gute zwischenmenschliche Beziehungen gefunden. Klar freut man sich wenn man eine Werbung im Fernsehen sieht und denkt: ah die habe ich gestylt. Aber gleichzeitig denkt man auch an all den Stress und die Stunden Arbeit die dahinter stecken.

Wenn ich für einen Job nach Spanien fliegen muss, habe ich jedes Mal Panik, ob mein Koffer mitgekommen ist. Dort bringt mir mein Netzwerk leider nicht so viel – wo bekomme ich dann meine Schminke für den Dreh her? Ist mir – toi toi toi – noch nie passiert. Das wäre echt mein allerschlimmster Alptraum.

Wie kommst du denn so generell mit der Fashionszene klar in der du täglich arbeitest?

Also, ich bin sehr anpassungsfähig. Manchmal denkt man schon „ihr habt ja echt ein Ei am wandern“ aber irgendwie find ich es auch interessant. Die Branche ist verwischt, besonders auch durch die Blogger. Man weiß nicht, wer wichtig ist und wer nicht. Zum Teil hat man gar keine Konversation mehr und man hat das Gefühl die Leute unterhalten sich nur mit dir, wenn du ihnen was bringen kannst. Aber das hat man leider auch in anderen Branchen. Fazit: Ich mag die Branche – gerade weil sie so schön anstrengend ist.

Wie siehst du denn die Entwicklung in Berlin? Du bist ja schon seit 8 Jahren hier.

Ich finde die ganzen Medien wie Facebook und Instagram haben viel für die Branche getan – nehmen aber auch viel. Bei Modeproduktionen gibt es auf einmal 1500 Moods durch Pinterest etc. Es gibt nichts Neues mehr zu entdecken, das finde ich schon ein bisschen schade.

Würdest du denn gerne in einer anderen Stadt leben?

Dubai oder Abu Dhabi, das würde mich reizen. Bei meinem letzten Besuch habe ich mir eine Burka gekauft. Das ist echt was Besonderes. Wie so ein Mantel aus Seide. Wenn man die Burka trägt sieht man aus wie ein Mix aus Gospel Sänger und Richter – total genial! Solange ich mich nicht verschleiern muss, wäre das spannend dort zu leben. Aber man verliert halt alles was man sich hier in Berlin aufgebaut hat. Das wäre das Problem, denke ich.

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Was sind denn so deine liebsten Plätze in Berlin?

Ich liebe Pankow und Niederschönhausen, auch Mitte mag ich. Aber die Ruheplätze gefallen mir am besten. Ich finde Brandenburg total schön! Ich bin ganz oft bei Freunden im Spreewald, der ist einfach wunderbar. Ich mag aufs Land fahren, ich mag kochen Zuhause. Andersrum mag ich es auch mit meinem Chanel Lippenstift auf ein Punk Konzert zu gehen. In Berlin fühle ich mich einfach wohl, denn hier kann man alles haben.

Dein perfekter freier Tag in Berlin?

Generell bin ich ein Frühaufsteher, so ab 7:00 Uhr bin ich wach. Dann gehe ich laufen und raus an die frische Luft. Danach kann es allerdings durchaus passieren, dass ich den ganzen Tag auf dem Sofa rumhänge und nichts tue. Das ist für mich Entspannung. Ich bin zum Beispiel gar kein Leser, das macht mir keinen Spaß und es entspannt mich nicht. Ich kann lesen, so ist es nicht aber meine Mutter hat immer gesagt: „Solange du weißt, dass du es kannst musst es ja nicht machen“ – dem stimme ich zu! Wenn dann schaue ich Serien. Mad Men, The Americans und Revenge zum Beispiel. Breaking Bad oder Game of Thrones hingegen  funktioniert bei mir nicht, obwohl es alle um mich rum gut finden. Ich tickt da irgendwie anders – das packt mich einfach nicht.

Deine Inspiration holst du dir dann aus deiner Umgebung? Oder von Blogs oder bestimmten Medien?

Ja, genau. Magazine lese ich schon gerne, mit Kaffee und Zigarette und schau mir an was es so gibt und was mir gefällt. Vieles kann man sich ja eh nicht leisten. Jedoch ist mir aufgefallen, dass internationale Magazine sich auch nicht mehr groß unterscheiden, es ist überall immer dasselbe. Diese Entwicklung macht mich ein wenig traurig.

Mal was anderes – deine Tattoos, hast du die schon lange?

Also mein Arm ist schon tätowiert seitdem ich 18 bin. Das Tattoo hat auch eigentlich keine große Bedeutung. Aber man muss bedenken, damals zu der Zeit als ich mir das habe stechen lassen noch nicht so viele Frauen/Mädchen Tattoos hatten. Da wurde mir dann auf der Straße schon hinterher gerufen: geh arbeiten! Man wurde komisch angeschaut. Es kam auch vor, dass ich bei manchen Jobs das Tattoo verdecken musste.

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Verrätst du uns noch deine Zukunftspläne- Wünsche- Visionen?

Eigentlich würde ich irgendwann dann mal gerne einen eigenen Laden auf machen, hier in Berlin. Ich würde es natürlich mit Schwesterchen zusammen machen – das hat aber noch Zeit.

Was würdest du der 18jährigen Kristin denn heute raten? Oder Mädchen die beruflich auch in die Hair & Make Up Welt eintauchen wollen?

Entspannen! Immer ruhig bleiben, egal was passiert. Egal ob es um deinen eigenen Style geht oder um die Produkte die du als Hair & Makeup Artist verwendest. Wenn man etwas nicht möchte oder mag, möchte man es nicht und sollte dazu stehen.

Und zum Schluss.. dein absoluter Beauty Geheimtipp?

Rizinusöl! Das hilft gegen alles. Es speichert die Feuchtigkeit und man bekommt eine wahnsinnig pralle Haut. Aber man sollte darauf achten, dass es Bio Qualität besitzt und kaltgepresst ist. Die Wimpern wachsen auch davon. Außerdem finde ich jede Frau sollte einen Chanel Lippenstift besitzen! Der gibt einem einfach ein gutes Gefühl. Für jede Frau gibt es den passenden Rotton und jede Frau kann ihn tragen.

Diesen Tipp werden wir beherzigen – vielen Dank liebe Kristin und auf bald!

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